Mitarbeit von Psychiatrie-Erfahrenen

Grundsätzlich ist in beiden ambulant betreuten Wohneinrichtungen festzustellen, dass durch die Mitarbeit der Psychiatrie-Erfahrenen die Zusammenarbeit um eine zusätzliche Perspektive erweitert wird. So wie die nicht psychiatrieerfahrenen Fachkräfte ihre Ausbildung und ihre Arbeitserfahrung einbringen, so ergänzen die psychiatrieerfahrenen Mitarbeiter die Begleitung der Bewohner mit ihrer Nutzersicht.

Durch die Erfahrungen mit dem psychiatrischen Hilfesystem haben sich bei ihnen feine Antennen entwickelt, was den Umgang mit den Bewohnern anbelangt.Da sie oft selbst schon verletzendes Verhalten durch Personal erlebt haben, sind ihre Wahrnehmungen dafür sensibilisiert, wenn z.B. subtiler Zwang angewandt wird, der Ton unfreundlicher ist oder innerhalb des Teams respektlos über die Bewohner und Bewohnerinnen gesprochen wird.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass sich durch die Mitarbeit von Psychiatrie-Erfahrenen das Rollenrepertoire des Teams erweitert. In Leonberg wird dies bewusst eingesetzt. So wie die nicht psychiatrie-erfahrene Fachperson eine gewisse Distanz wahrt, so gehen die anderen Mitarbeiter teilweise in die Du-Ebene. Das Verhältnis ist hier fast kameradschaftlich zu nennen. Sollte ein schwerer Konflikt mit einem Bewohner entstehen, dann kann sich die distanziertere Fachkraft um eine Lösung bemühen, wenn sich die größere Nähe zwischen psychiatrieerfahrenen Mitarbeitern und Bewohnern als hinderlich erweist.

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