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Selbsthilfe Die Ausgangsidee der Selbsthilfe ist, dass der Zusammenschluss und die
gegenseitige Unterstützung von Menschen, die an der gleichen oder ähnlichen
Krankheit leiden, stark motivierend
wirkt und Selbstheilungskräfte frei setzt. Ziel ist es, Hilfe zur Selbsthilfe zu
geben. Die Hilfe von ausgebildeten (Psychiatrie-)Fachkräften wird gerne
entgegengenommen, jedoch liegt der Schwerpunkt darauf, die oft daraus
resultierenden Abhängigkeiten zu reduzieren und ein möglichst selbst bestimmtes
und möglich selbstständiges Leben weitgehend aus eigener Kraft und mit Hilfe von
"natürlichen" menschlichen Beziehungen zu erreichen. Gemeinsam zu
Experten der eigenen Krankheit zu werden, ist ein Ziel von Selbsthilfe. Empowerment (hier: Selbstbefähigung, Selbstermächtigung) Das Empowermentkonzept ist ursprünglich auf die "Selbsthilfebewegung" der
farbigen, nordamerikanischen Sklaven zurückzuführen. Inzwischen wurde der
Grundgedanken abgewandelt auf Menschen übertragen, die durch Krankheit und/oder
die Gesellschaft in ihren Möglichkeiten eingeschränkt sind bzw. werden. Ziel ist
es, sich aus Krankheit, Lähmung und Behinderung durch "aktives Sicheinmischen"
zu befreien. Durch das Übernehmen von gesellschaftlicher und persönlicher
Verantwortung soll das Leben verstehbarer, handhabbarer, sinnerfüllter, freier
und befriedigender erlebt werden. Das Gefühl das Leben im Rahmen der jeweiligen
persönlichen Möglichkeiten (wieder) in die eigene Hand zu nehmen und kritisch
die (gesundheitspolitische) Entwicklung mit zu gestalten, wirkt sich heilend und
stabilisierend auf die psychische Störung bzw. Krankheit aus. Empowerment ist
eine Bewegung, die "von unten" kommt und wird i.d.R. von gesellschaftskritischem
Denken begleitetet. Seit einiger Zeit ist die Recoverybewegung aus den USA auch in Deutschland
angekommen. Der Recoveryansatz ist wesentlich durch die Selbsthilfebewegung
entstanden. Hier wird davon ausgegangen, dass Genesung bzw. Besserung immer
möglich ist, unabhängig von der Schwere der psychischen Erkrankung. Die
Protagonisten in den USA beweisen dies. Sie haben nach sehr schwerer
Krankheitsgeschichte es noch geschafft ein zufriedenstellendes, erfülltes und
erfolgreiches Leben zu führen. Recovery heißt nicht, dass die Krankheit
als Ganzes besiegt wird, sondern legt den Focus auf die Lebensqualität und nicht
auf das vollkommene Verschwinden der Symptome. Recovery, Selbsthilfe und
Empowerment ergänzen sich wechselseitig und sind untrennbar miteinander
verbunden. Alle drei Ansätze richten sich an den Fähigkeiten und Talenten
(Ressourcen) der Psychiatrie-Erfahrenen aus und stellen nicht deren Defizite in
den Mittelpunkt. Das Prinzip Hoffnung ist grundlegend für Recovery. Betroffene
sagen, die Hoffnung - evtl. auch die stellvertretende Hoffnung von Freunden
und/oder Fachpersonen - war das, was ihnen am meisten geholfen hat. Wer der
Krankheit einen Sinn geben kann, hat schon einen großen Stück zur Besserung
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